Burgberger Chronik

 

ist seit 1975 ein Ortsteil der Gesamtgemeinde Königsfeld im Schwarzwald-Baar-Kreis, Baden-Württemberg. Der Ort liegt rund 3 km vom Kernort Königsfeld und liegt zentral in der Nähe von Villingen-Schwenningen, St.Georgen/Schw. und Rottweil unweit der Bundesstraße 33.

 

Der ländliche Charakter und die harmonische Idylle sind dem Dorf bis heute erhalten geblieben.

 

 

 

 

 

 

Altes Burgberg

 

 

 

 

Burgberger Extrablatt

 

Altes Burgberg Porträt eines Dorfes

Anlässlich des 1. Burgberger - Straßenfestes anno 15.06.1997

 

Herausgeber:       Ortschaftsrat Burgberg nach Vorlagen von Eugen Krauter, Freiburg

Auflage:                   100 Stück

 

 

 

Geographie:

 

Burgberg liegt auf der östlichen Abdachung des mittleren Schwarzwaldes 660 m bis 771 m ü.M. Die Gemeinde zählt ca. 590 Einwohner und hat eine Gemarkungsfläche von ca. 350 ha.

 

Ortsnamen: 

 

Es gibt im Bundesgebiet, neben unserer Heimatgemeinde Burgberg, noch zwei weitere Gemeinden, die gleichfalls die Ortsbezeichnung "Burgberg" führen. Es sind dies: Burgberg (im Allgäu) und Burgberg (im Lontal).

 

 

Wappen: 

 

In Gold auf grünem Berg eine rote Burg mit zwei bezinnten Türmen und einem mit Fallgitter versehenem Tor.

 

 

Geschichte: 

 

Die Entstehung von Burgberg kan nur im Zusammenhang mit der Rodung des Schwarzwaldes, der Gründung des Klosters St. Georgen im Jahre 1084, der Verteidigung des zähringschen Herrschaftsbereiches sowie der Sicherung von Wegen gesehen werden. Nach seiner geographischen Lage war Burgberg für die Erfüllung dieser Aufgaben geeignet, da es an der Grenze des Altsiedellandes der Baar und dem um das Jahr 1000 noch fast unbesiedelten Schwarzwald lag.

 

 

Die beiden Burgberger Burgen

 

Zwei Burgruinen, die Wahrzeichen Burgbergs, sind Zeugen für das Vorhandensein eines Rittergeschlechts im Mittelalter. Es waren die Herren von Burgberg, die in einer Wasserburg am Zusammenfluss von Glasbach und Hörnlebach ihren Sitz hatten. Etwa um 1100 dürfte die Burg gebaut worden sein, deren Turm noch erhalten ist. Er war Hauptbestandteil einer Burganlage, die von einem breiten und tiefen Wassergraben zum Schutz von Angriffen umgeben war. Der Turm war ein Wehr- und Wohnbau, viereckig aus Buckelquadern erbaut. Der dabei verwendete Sandstein stammte aus der Gegend.

 

Abt Gaiser von Villingen besuchte 1645 Burgberg und schilderte in einem ausführlichen Bericht den Zustand der Wasserburg. Küche, Schlafgemach und ein Zimmer waren noch vorhanden, die 1482 hergerichtet worden waren. Ein Haus am Turm, das abgebrannt war, wurde 1781 wieder aufgebaut. Es steht heute noch. Der Turm wurde 1887 Staatseigentum, weil niemand ein Besitzrecht nachweisen konnte.

Eine zweite Burg wurde auf einer Bergnase des Hutzelberges, dem Däplisberg, errichtet. Es handelte sich um eine Turmburg, die lediglich durch einen Halsgraben vom Hutzelberg getrennt wurde. Der Burgberg war kahl geschlagen, um dem Feind keine Möglichkeit zur Deckung zu geben. Diese Höhenburg ist vermutlich erbaut worden, um Angehörigen des Geschlechts eine weitere Unterkunft zu geben. In Urkunden wird sie manchmal Bürenburg oder Bärenburg genannt. Bereits im 15. Jahrhundert wurde sie als Burgstall und "alt Gemäuer" bezeichnet. Sie verfiel allmählich, und ihre Steine wurden von Einwohnern zum Haus- und Wegebau verwendet. Dem Rest Mauerwerk gab eine Sage den Namen "Weiberzahn".

 

 

Die Herren von Burgberg

 

1116 wird erstmals ein Burchardus der Burgberg als Teilnehmer an einem Landtag in Rottenacker an der Donau urkundlich genannt. Man vermutet, daß es sich um den ersten Herrn von Burgberg handelt. In den Urkunden werden die Herren von Burgberg als Ritter oder Miles bezeichnet. Als solche besaßen sie Grund, Boden und Güter, auch außerhalb der Herrschaftsgrenzen. Als Träger von Zwing und Bann oblag ihnen die niedere Gerichtsbarkeit. Sie hatten das Recht, zu gebieten und zu verbieten. Zur Grundherrschaft gehörten das Dorf Erdmannsweiler, die Höfe auf dem Hutzelberg, dem Hömlin und Hugswald und "Wunn und Waid, Trieb und Tratt auf dem Wunnenberg, soweit und breit er ist".

1182 nennen die Urkunden einen Hartmann von Burgberg. Von 1245 an ist das Geschlecht derer von Burgberg bis zu seinem Erlöschen im Jahre 1457 fast lückenlos nachweisbar. 1245 trat Hugo von Burgberg als Zeuge bei einer Lehensübergabe der Freiherren von Wartenberg an das Kloster Baind auf. Im Jahre 1267 belehnten Abt und Konvent von Reichenau den Ritter Hugo von Burgberg mit dem Hof Wolfhunnen bei Dunningen. Für das Kloster St. Gallen bezeugte 1277 Konrad von Burgberg Verleihungen von Zehnten in Rottweil. Im Kloster Adelhausen in Freiburg befand sich 1284 eine Nonne Namens Ita von Burgberg.

Hugo von Burgberg wird um dieselbe Zeit beim Verkauf eines Hofes in Freiburg-Herdern durch die Grafen von Freiburg an Freiburger Bürger urkundlich genannt. 1288 verkaufte Dietrich von Burgberg die Leibeigene Junta von Weiler an das Kloster St. Georgen.

Anlässe zu Beurkundungen mit Zeugen waren Käufe, Verkäufe und Belehnungen von Gütern und Höfen. In Rottweil waren die Herren von Burgberg Satzbürger, d.h. sie besaßen dort ein Haus, das sie zeitweilig bewohnten.

Gegen ein entsprechendes Entgelt, den "Satz", waren sie von den städtischen Lasten befreit und stan den unter dem Schutz der Stadt. Die guten Beziehungen zu Abt und Konvent im Kloster St. Georgen sind daraus zu ersehen, daß die Brüder Hugo, Kraft und Konrad von Burgberg 1295 im Kloster eine Kapelle bauen durften, die später ihre Begräbnisstätte wurde. Dafür erhielt das Kloster eine Pfründe, in Form von Naturalien von Höfen in Dunningen, Schönbronn und zu der Aich. Im Jahre 1303 bezeugte Hugo von Burgberg den Verkauf der Stadt Oberkirch durch die Gräfin Adelheid von Fürsten berg an den Bischof von Straßburg. Es war in diesen Zeiten üblich, daß Angehörige des niederen Adels entweder ins Kloster gingen oder aber sich im Anschluß an ein Kloster in sogenannten "Samenungen" das sind Frauenvereinigungen , zusammenschlossen, um ein standesgemäßes und gesichertes Leben führen zu können. Dafür erhielt die Samenunge eine Pfründe, z.B. den Zehnten von Höfen. Konrad von Burgberg hatte dem St.Klara-Orden zu Villingen "darum, daß sie seine Schwester Clara zu sich empfangen haben," seinen Hof zu Weiler und den dazugehörenden Zehnten im Jahre 1308 vermacht. Auch Engelburg und deren Schwester Mar garete von Burgberg, Ita von Sickingen, Elisabeth und ihre Schwester Anna von Tanneck und die Wirtschafterin bildeten 1320 in Neuhausen bezw. Amtenhausen eine Samenunge. Die Zimmersche Chronik berichtet, daß Hans von Burgberg etwa 1311 im "stätlin Herrenzimbem gesessen war", was besagt, daß er dort Eigentum hatte. Femer heißt es wörtlich: "Konrad von Ramingen blieb bei Herren Konraten von Zimbem, seinem Herrn, bis in seinen Tod; er war bei ihm in großen Gnaden, darum gab er ihm eine von Burgberg zum Weib. Von deren zeugt er ein Sohn, des sen war gefetterich der jung Herr Wernher, Freiherr zu Zimmern."

Die wirtschaftliche Lage des niederen Adels ver schlechterte sich seit Beginn des 14. Jahrhunderts ständig. Die Ritter waren gezwungen, Grundstücke zu verpfänden oder gar zu verkaufen, wenn sie nicht auf Raub ausgehen wollten, wie z.B. Hans von Rechberg im Bernecktal. Käufer bzw. Pfandherren waren sehr oft die durch den Handel reich gewordenen Patrizier der Städte. Es fiel ihnen leicht, den in Not geratenen Rittern durch Erwerb von Gütern zu helfen. Auch bei den Herren von Burgberg setzten um 1340 Verkäufe ein und dauerten an, bis schließlich 1425 die Grundherrschaft selbst, nämlich Burgberg und die nächste Umgebung, auch verkauft wurde. Zunächst handelte es sich bei diesen Verkäufen um den sogenannten Fembesitz, das heißt Güter, die außerhalb der eigentlichen Grundherrschaft lagen. Der Nachbargemeinde Weiler verkaufte Konrad von Burgberg 1340 Güter zu einer Allmende.

In Dunningen wurde 1374 das Clotzgut an Adelheid Hewerin, Bürgerin zu Rottweil, verpfändet. Es kam öfters vor, daß auch Leibeigene an das Kloster St. Georgen verkauft wurden. So kam das "eigen Weib Metz" von Villingen um 10 Pfund Pfennig an das Kloster St. Georgen.

Hans Billung, "des Hofs und der Stadt Rottweil Schreiber", tauchte um 1390 in der Gegend als Käufer und Verkäufer von Rechten und Liegenschaften auf. Er kaufte im Jahre 1390 Güter zu Weiler, tauschte 1395 Wald und Feld bei Hugswald mit solchem bei Burgberg gelegen, verkaufte 1408 Gülten (Zinsen und Naturalabgaben) von drei Höfen sowie das Vogtsrecht in Neuhausen an das Kloster St. Georgen, kaufte Widdum und den Kelnhof samt dem Zehnten und Kirchensatz in Schabenhausen und verkaufte diese im Jahre 1410 weiter an Berthold Lydringer, den Kaplan der Heiligkreuzkirche zu Rottweil. Käufe und Verkäufe beurkundete er mit "Hans Billung von Burgberg". Durch die Heirat mit einer Angehörigen des Geschlechts derer von Burgberg bekam Hans Billung Teile der Herrschaft Burgberg, vermutlich auch die Höhenburg auf dem Däplisberg als Heiratsgut. Nur so ist es zu erklären, daß er sich "von Burgberg" nannte. Hans von Burgberg verkaufte zu dieser Zeit das Burglehen und ein Gut zu Dunningen, das Burglehen zu Dormettingen, ein Gut zu Stetten, eine Wiese und ein Lehen zu Mönchweiler.

Der 28. Juli 1417 war für Hans von Burgberg ein schwarzer Tag. Da er einen Boten der Stadt Villingen übel geschmähet hatte, mußte er der Stadt versprechen, " jederzeit guter Freund der Villinger zu sein, sich nie an ihnen zu rächen, ihnen gehorsam zu sein und sein Schloß ewiglich ein offenes Haus für sie sein solle". Das Bürgerrecht, das Hans von Burgberg seit 1409 besaß, wurde, nachdem es ihm nach der Schmähung aberkannt worden war, nach der Versöhnung wieder erneuert. 

Das Ende der Herrschaft von Burgberg wurde durch den Verkauf derselben von Hans von Burgberg an Erhart von Falkenstein 1425 besiegelt. Nun wechselten die Besitzer rasch. Bereits 1429 ging Burgberg an Sigbolt Marschalk über, der nach zwei Jahren die Veste an Friedrich Gädemler ver kaufte. Schließlich erwarb, Heinrich von Geroldseck 1436 Burgberg um 720 rheinische Gulden und veräußerte es 1472 an den Grafen Eberhard von Württemberg.

Hans von Burgberg hatte seinen ständigen Wohnsitz in Villingen genommen. Im Jahre 1432 war er Schultheiß der Stadt Villingen. In den folgenden Jahren trat er öfters als Siegler in fürstenbergischen Urkunden auf. Im Dezember 1456 wird Hans von Burgberg in Villingen wegen der Gerichtsbarkeit in Fischbach und Sinkingen vernommen.

Danach versiegen die Quellen über das Vorhanden sein derer von Burgberg. Hans von Burgberg kam nicht als armer Ritter nach Villingen. Das beweisen zahlreiche Verkäufe von Gütern, Lehen und schließ lich der Herrschaft Burgberg selbst. Außerdem lieh er der Stadt Möhringen und den Dörfern Ippingen und Esslingen Geld. Schließlich beweist seine Tätigkeit als Schultheiß von Villingen, daß er von der Bürgerschaft geachtet und für befähigt gehalten wurde, dieses Amt auszuüben. Das Schloßgut wurde von den Grafen von Württemberg als Erblehen an Bauern vergeben. Starb der Lehensmann, so mußte der Nachfolger um neue Belehnung nachsuchen. Bei jeder Veränderung des Besitzers wurde erneut ein Lehenbrief ausgestellt. Um 1500 besaß Hans Tuttinger das Lehen, 1505 übernahm es der Maier Christian Wernle. Noch 1491 wurde vom Schloß mit Zubehör gesprochen , in den Erblehensverträgen hieß es "der Hof mitsamt dem Schloß" . Daraus kann gefolgert werden, daß das Schloß, obwohl noch 1482 im Turm der Wasserburg ein Schlafgemach mit einem Zimmer und einer Küche hergerichtet worden waren, nicht mehr von einem Adeligen bewohnt wurde. Im Jahre 1528 übernahm Balthasar Götz den Hof mit Schloß und Zubehör; ihm folgte 1557 der Sohn Melchior Götz, 1586 dessen Sohn Kaspar, der dann 1603 das Schloßgut um 2366 rheinische Gulden erwarb. Das Geschlecht Götz ist heute noch in Burgberg ansässig.

 

 

Burgberg und der Stab Weiler

 

Weiler kam durch Kauf 1445 und 1452 an die Grafen Ludwig und Eberhard von Württemberg. Es wurde dem Oberamt Hornberg angeschlossen. Da Burgberg 1472 ebenfalls württembergisch wurde, es jedoch keine örtliche Vogtei gab, wurde es zusammen mit Erdmannsweiler, Hutzelberg und Hörnlin dem Stab Weiler zugewiesen. Der Stab wurde vom Stabsvogt, der sowohl von Burgberg als auch von Erdmannsweiler gestellt werden konnte, geleitet. Ihm zur Seite standen in Burgberg und Erdmanns weiler die Beivögte. Der Stabsvogt hatte die Verwaltung auszuüben, war Urkundsbeamter und führte den Vorsitz im Dorfgericht, das geringere Vergehen und Verfehlungen zu ahnden hatte. Zwölf Laienrich ter standen ihm zur Seite. Die schweren Verbrechen wie Totschlag, Mord, Raub, Notzucht wurden wechselweise vom Hofgericht in Rottweil und von der württembergischen Herrschaft abgeurteilt.

 

 

Burgberg im Kirchspiel Weiler

 

"Von alters her gehört alt und jung Volk, tot und lebendig in die Pfarrei von Neuhausen", so berichtet eine Notiz in einem Lagerbuch. Daher wurden der Fruchtzehnt sowie der Hanf- und Rachszehnt bis 1552 von Neuhausen eingezogen, danach in Weiler.

Unter dem Herzog Christoph von Württemberg wurden etwa 1552 auch die Staborte evangelisch und zuerst von der Pfarrei Tennenbronn betreut. Von einem Kirchspiel Weiler kann vom Jahre 1582 an gesprochen werden. Dazu gehörten die Orte Weiler, Burgberg, Erdmannsweiler, Schabenhausen, Schönbrunn, Sulgen und Locherhof. Das Kirchen zensuramt, dem Pfarrer, Stabsvogt, Beivögte und zwei Beisitzer angehörten, sprach Verwarnungen aus und verhängte Geldbußen bei gottlosem Lebenswandel, Notzucht, Nachtlärm, uneheliche Schwangerschaft u.a.m.. Die Herren Zensoren scheuten sich nicht, Übeltäter über einen Sonntag in das dorfeigene Zuchthäuschen bei der Kirche einzu sperren.

Die Kirchenbücher, die ab 1643 geführt wurden, geben nicht nur Aufschluß über Familienereignisse wie Geburten, Eheschließungen und Todesfälle, aus Ihnen sind auch Todesursachen und Berufe zu entnehmen. Sie berichten auch über aktuelle Geschehnisse wie Einquartierungen, Durchzügen von Truppen, von Auswanderern und fahrendem Volk, eben so von schrecklichen Unglücksfällen. Recht interessant sind die Angaben über die Berufe der Väter, Ehemänner und der verstorbenen Männer. Manche Berufe sind heute ausgestorben. Es wurden genannt: Kessler, Spengler, Krattenmacher, Schittenmacher, Stuhlflechter, Strumpfstricker, Weber, Siebmacher, Hafner, Uhrmacher, Schreiner, Schullehrer, Chirurg, Hayler, Barbier, Hufschnitzer, Müller, Maurer, Ölbrenner, Salpetersieder, Brunnengraber, Hirt, Steinhauer, Bauer.

Als Todesursachen wurden angegeben: Unglücksfälle wie Stürze von der Tenne, erfroren, erschossen, in den Brunnen gefallen, vom Mühlwerk erschlagen, ermordet, im Schlitten tödlich verunglückt, tot aufgefunden, Krankheiten wie Schlagfluß, künstliche Geburt, fallendes Weh, unerforschliche Krankheit, Mondsucht, Seuche, Ruhr, Melancholie usw. Dem Steuer- und Güterbuch von 1722 verdanken wir die Kenntnis der Familiennamen. Es werden genannt: Götz (13mal), Schwarzwälder (18mal), Storz (3mal), Jäckle (2mal), Beer, Haas, Rapp, Bäuerle, Föhrenbacher, Haller, Haug, Häberlin.

 

 

Der Streit um den Heiligenwald

 

Das heutige Gebiet Nonnenberg-Heiligenwald zählte zur Grundherrschaft Burgberg. Ausdrücklich wurde in Lagerbüchern (Lagerbuch = Grundbuch) "vom Wunnenberg so weit und breit er ist" gesprochen, wie auch vom Recht der "Wunn und Waid", und des "Trieb und Tratt". Das galt auch noch, als Burgberg württembergisch war. Die Besitz-und Grenzstreitigkeiten um den Wunnenberg begannen bereits 1482. Die Burgberger besaßen auf dem Wunnenberg, d.h. auch im angrenzenden Wald, ein Weide- und Holzrecht.

Auf der Pirschkarte von Rottweil (1534) ist der Wunnenberg eindeutig württembergisch ausgewiesen, obwohl Rochus Merz einige Jahre zuvor Hugswald und den Wunnenberg mit der Schramberger Herrschaft, die er durch Kaufund Heirat erworben hatte, vereinigte. In den Akten wurde der Vorgang so geschildert: "Rochus Merz hat die Kirche zu Mariazell und Hugwald mit geschwinder Praktik, durch hinlässige Zusehung des Hornberger Beamten und gewalttätigerweise an sich gezogen." Da der Wald später der "Heiligen Fabrik" (Kasse zur Erhaltung der Kirche) zugewiesen wurde, erhielt er den Namen Heiligenwald. Zwischen den Burgbergern und der "Heiligen Fabrik" bzw. deren Nachfolgern entstand um das Weide- und Holzrecht ein Streit, der sich bis 1750 hinzog.

In einem Vergleich zu Rottenburg wurden den Burgberger Bürgern gegen ein geringes Entgelt jährlich 50 Klafter Holz aus dem Heiligenwald zugestanden. In den Jahren 1846 - 1884 wurde diese Holzgerechtigkeit, auf die noch 14 Bürger Anrecht hatten, mit Geld abgelöst.

 

 

Zum Flurnamen "Nonnenberg"

 

In alten Urkunden erscheint bis etwa 1640 nur der Name Wunnenberg. Vereinzelt findet man auch die Schreibweise Wonnenberg, Nunnenberg und Nonnenberg. Seit 1674 wurde Nonnenberg allgemein in Kirchenbüchern genannt. In einer Skizze der "Heiligen Fabrik" Schramberg von 1766 ist der Wald mit Wonnenberg bezeichnet. Der Begriff "Wunn und Waid" beinhaltet das Recht des Weidgangs. Für die Burgberger Bauern und Taglöhner war der Nonnenberg die Weide schlechthin. Die Umwandlung von Wunnenberg zu Nonnenberg kann durch schlechtes Sprechen oder Hören entstanden sein. Amtlich wird heute Nonnenberg geschrieben. In der Mundart der einheimischen Bevölkerung heißt es "Nunneberg" und "Nunnemühle". Mit klösterlichem Besitz hatten weder Berg, noch Mühle, noch Wald je etwas zu tun.

 

Ausschnitt aus der Rottweiler Pürschgerichtskarte von 1564

 

 

 

 

 

 

Ruine Weiberzahn

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Erinnerungen

der Dorfkrankenschwester Pauline